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Zwischen Seerhausen und Jahnishausen, 2022, Foto: P.G.

 

Ausschilderung der VIA REGIA zwischen Boritz und Seerhausen -  Bereicherung der regionalen Naherholung und Schritt zur Entwicklung der großen Europäischen Kulturstraße

Handout, Stand: 15. 05. 2022    Download als pdf: Rechtsklick und Ziel speichern unter

 

Zwischen Seerhausen und Boritz verläuft ein Streckenabschnitt der über Oschatz und Großenhain führenden alten sächsischen Handelsstraße VIA REGIA, traditionell auch als Hohe Straße bezeichnet.

2006 wurde die VIA REGIA vom Europarat als Große europäische Kulturstraße zwischen Santiago de Compostela und Kiew ausgezeichnet. 2011 konnten sowohl die Bedeutung der namensgebenden historischen Altstraße durch Sachsen als auch die Idee der transnationalen Kulturstraße durch die Sächsische Landesaustellung in Görlitz einem großen öffentlichen Interesse näher gebracht werden.

Während der ökumenische Pilgerweg durch Sachsen, Sachsen Anhalt und Thüringen, der sich auf weite Strecken an der historischen VIA REGIA orientiert, sich größerer Bekanntheit erfreut, ist die Kulturstraße bisher noch wenig im öffentlichen Bewußtsein, zumal sie bisher nicht durchgängig ausgeschildert ist.

Weitere Infos:  http://www.a-d-j.de/VIA REGIA.htm  

   

Die Strecke der VIA REGIA zwischen Seerhausen und der ehemaligen Fähre bei Boritz zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sich ihr historischer Verlauf bis heute vollständig in Form öffentlicher Straßen und Wege erhalten hat und durch landschaftlich reizvolles Gelände führt. 

Mit dem linkselbischen Radweg und dem Jahnatalweg bildet die VIA REGIA ein Dreieck, so dass bereits ohne Wegebau ein Rundweg von ca. 15 km Länge gegeben ist. Die Route führt durch die Flure der Ortschaften Stauchitz, Riesa und Hirschstein.

 

 

Ausschilderung:  Auch ohne Kenntnis der heimat- und landesgeschichtlichen Bedeutung ist die Strecke bereits heute als Rad- und Wanderweg beliebt, da nur abschnittweise mäßiger Straßenverkehr zu beachten ist. Eine Ausschilderung mit Wegweisern und Infotafeln ist ein kostengünstiger und ehrenamtlich realisierbarer Schritt, um die VIA REGIA als Kulturstraße in unserer Region bekannt zu machen und zu beleben. Gedacht ist neben einer rein wegweisenden Beschilderung an sechs Infotafeln im Format 132 cm x 92 cm, in Seerhausen, Jahnishausen, Böhlen, Gostewitz, Heyda und Boritz, jeweils mit Informationen zur Geschichte der VIA REGIA und der jeweiligen Ortschaft.

Die Konzeption der VIA REGIA als Kulturstraße im Sinne eines sanften Tourismus (bspw. Radwandern) sieht vor, dass ihre Bekanntmachung und Belebung bottom up von den Initiativen und Akteuren entlang der Straße entwickelt wird. Dazu haben sich in den dt. Bundesländern Verbände gebildet, in Sachsen 2006 der VIA REGIA Begegnungsraum Landesverband Sachsen e.V. In unserer Region sind die Vereine Historische Schlosskirche Jahnishausen e.V., Accademia Dantesca Jahnishausen e.V. und das Wohn-Kultur-Gut  in Gostewitz Mitglieder im sächsischen Landesverband und haben Mitte 2019 eine Kooperation als VIA REGIA Begegnungsort Riesa vereinbart. Unser gemeinsames Anliegen ist, Interesse für die VIA REGIA zu wecken und damit einen Beitrag zur Entwicklung unserer ländlichen Region zu leisten. Als kurzfristig realisierbares Ziel geht es darum, die regionale Naherholungsqualität zu bereichern. Langfristig ist die Entwicklung einer durchgängigen Befahr-/Begehbarkeit zwischen Oschatz und Großenhain, bzw. dem Anschluss an die transnationale Kulturroute angestrebt.

Sehenswürdigkeiten und weiteres Interessante:

Seerhausen:   Schlosspark aus der Zeit des Barocks und Schlosskapelle in der Ortsmitte. Historischer, leider geschlossener Dorfgasthof mit mehrhundertjähriger Tradition als Ausspanne für die VIA REGIA Oschatz-Großenhain und die Poststraße nach Meißen.

Jahnishausen:  Schlosskirche (Konzerte und Ausstellungen), Hofbühne im Gut Jahnishausen,  Schloss Jahnishausen - 14 tägig Führungen und nach Voranmeldung, Schlosspark (Landschaftspark) mit 200jährigem Ginkgo und Märzenbecherflächen im Naturschutzgebiet Jahnaauwälder, Abstecher zu den „Heidebirken“, einer mittelalterlichen Ortswüstung.

Böhlen:  Historische Wegesäule von ca. 1820 auf der alten Verkehrsinsel in der Ortsmitte.

Gostewitz:  Wohn-Kultur-Gut (Konzerte, Kunst- und Handwerkermärkte, Hofweihnacht), „Oberton bis Erdenton“ – Kunsthandwerk, Musik, Keramik und Feldschmiede von Heinz Lindner (nach Voranmeldung).

Neben der Lutherlinde von 1846 am Ortsrand von Gostewitz, ca. mittig auf der Strecke, besteht bereits ein (ausbaubarer) Rastplatz mit einem astronomischem Kunstobjekt.

Heyda:  Kirche, alte Mühle, historische Wäscherolle, in der Ortsmitte bietet ein Bioladen an drei Wochentagen eine Einkaufsmöglichkeit.

Boritz:   Ehemaliger Burgwart (Landesbefestigung um 1000),  bäuerlicher Museumshof Loose (nach Voranmeldung), Kirche in Alt-Boritz, mittelalterlicher Kreuzstein, ehemalige Elbefurt.

Althirschstein-Gosa: Eingemauerte Kanonenkugel an einem Hausgiebel, im Befreiungskrieg 1813 durch französische Soldaten auf der anderen Elbseite geschossen.

 

Für die Elbquerung der VIA REGIA nach Großenhain bestand bis 1975, südlich von Boritz in Höhe von Merschwitz, eine jahrhunderte alte Fährverbindung. Die Via Regia Richtung Großenhain auf der östlichen Elbseite lässt sich gegenwärtig erreichen durch einen ca. 2 km weiten Abstecher auf dem Elberadweg, Richtung Meißen, zur Fähre Niederlommatzsch nach Diesbar-Seußlitz.

Für mehr Information:

Dr. Elke Schumann       01776  790220

Heinz Lindner                03525  606778

Peter Griepentrog        03525  5763311